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Ziel vor Weg? Weshalb der Erfolg nicht im Ziel liegt

Aktualisiert: 7. Juli 2023

Von der Neigung der Menschen, Ergebnisse zu erzielen und dem verpassen von Lern-Chancen

Als Menschen sind wir ergebnisorientiert. Wir jagen dem Ziel hinterher und übersehen dabei oft den Weg dorthin. Aber ist es nicht an der Zeit, dass wir unseren Blickwinkel ändern und anfangen, den Prozess zu schätzen, der uns zu diesen Ergebnissen führt? Denn auch wenn der Weg zum Ziel mitunter entmutigend und mühsam erscheinen mag, in ihm liegt der wahre Zauber.


Autoren: Dennis A. Masseit & Myriam Perosa

Mann auf Bergspitze

In unserer Arbeit erleben wir es häufig, dass Klienten das Endergebnis im Kopf haben und dabei den Weg der dorthin führt völlig übersehen. Es ist ganz natürlich, dass wir uns nach dem Endergebnis sehnen, ohne uns zu sehr mit dem Prozess beschäftigen zu wollen, der dorthin führt. Dieses Phänomen, das man als "Ziel vor Weg" bezeichnen kann, zieht sich durch verschiedene Aspekte unseres Lebens - beruflich, privat und gesellschaftlich. Es beruht auf dem Grundsatz, dass die meisten Menschen es vorziehen, das Ergebnis sofort erleben zu wollen, anstatt sich auf den Weg dorthin zu begeben. Um die Auswirkungen dieser Denkweise zu verstehen, ist es jedoch wichtig, das Zusammenspiel zwischen Prozess und Ergebnis genauer zu betrachten.


Die Verlockung des Ergebnisses


Von klein auf wird uns oft beigebracht, das Ergebnis in den Vordergrund zu stellen. Bedenken wir, wie wir in der Schule benotet werden - in der Regel zählt das Zeugnis am Ende, nicht die Stunden, die wir mit dem Verständnis, dem Experimentieren oder der Auseinandersetzung mit einem schwierigen Konzept verbracht haben. Auch in der Berufswelt werden Mitarbeiter auf der Grundlage ihrer Ergebnisse bewertet, wobei der Aufwand und die Zeit, die in die Erarbeitung dieses Ergebnisses investiert wurden, oft übersehen werden. Die ständige Betonung des Erfolges in der Gesellschaft bringt uns dazu, Resultate zu wollen, ohne notwendigerweise den Weg dorthin zu würdigen.


Die Unmittelbarkeit eines Ergebnisses hat natürlich auch einen gewissen Reiz. Es ist befriedigend, direkt und belohnend. Wir sind dazu veranlagt und erzogen, unmittelbare Befriedigung zu suchen, die eher mit Ergebnissen als mit dem Prozess verbunden ist. Der Moment, in dem wir etwas erreicht haben, in dem wir sehen, dass etwas abgeschlossen, erfüllt und erledigt ist, übt eine magische Anziehungskraft auf uns aus.


Den Prozess übersehen


Der Prozess kann alltäglich, mühsam und zeitaufwendig sein. Er ist oft mit Versuchen und Fehlern, Kämpfen, Misserfolgen und allmählichen Verbesserungen verbunden. Für viele mag der Prozess als notwendiges Übel erscheinen, als eine Tortur, die man durchmachen muss, um das glorreiche Ergebnis zu erreichen. Diese Denkweise führt jedoch häufig dazu, dass Chancen zum Lernen, zur persönlichen Weiterentwicklung und zur Freude an der Bewältigung von Herausforderungen verpasst werden.


Es ist wichtig zu erkennen, dass ohne den Prozess das Ergebnis nicht möglich ist.

Der Prozess legt den Grundstein für das Ergebnis, und hier findet die eigentliche Arbeit statt. Hier entstehen die Grundlagen für zukünftige Erfahrungen, die dann schließlich zum Leben erweckt werden.


Neubewertung der Herangehensweise: Die Reise wertschätzen


Mann am Abgrund, Motivations Post


Ein Perspektivenwechsel von einer ergebnisorientierten zu einer prozessorientierten Sichtweise kann erhebliche Vorteile mit sich bringen. Zum einen fördert er eine wachstumsorientierte Denkweise, die Anstrengungen, Lernen und Verbesserungen würdigt und nicht nur das Endprodukt. Es fördert die Widerstandsfähigkeit, da man lernt, mit den Höhen und Tiefen umzugehen, die jeder Prozess mit sich bringt. Außerdem ermöglicht es uns, jeden Tag Freude zu empfinden, wenn wir an uns arbeiten, und nicht nur, wenn wir ein bestimmtes Ergebnis erreicht haben.


Wenn wir verstehen, dass der Prozess, also der Weg, nicht linear verläuft, und dass Rückschläge ein wesentlicher Bestandteil des Wachstums sind, sind wir besser gerüstet, um Schwierigkeiten mit einer positiven und entschlossenen Einstellung zu begegnen.

Es gibt einen Grund, warum so viele Philosophen und Denker uns dazu auffordern, uns auf die Reise und nicht auf das Ziel zu konzentrieren. Es ist die Reise selbst, wo das Leben stattfindet. Es sind die täglichen Mühen, die kleinen Schritte nach vorn, die winzigen Siege und sogar die Niederlagen, aus denen wir lernen. Der Prozess an sich kann lohnend sein, wenn wir beginnen, ihn als integralen Bestandteil unserer Leistungen zu betrachten.


Schlussfolgerung


In einer Welt, die auf Ergebnisse fixiert ist, tappt man leicht in die Falle, sich ausschließlich mit den Ergebnissen und nicht mit dem Prozess zu beschäftigen. Aber bedenken wir:

Das wahre Wesen der Leistung liegt in der Reise - dem Mut, etwas zu beginnen, der Kraft, weiterzumachen, der Widerstandsfähigkeit, sich von Misserfolgen zu erholen, und der Freude am Lernen und Wachsen.

Der Schlüssel liegt darin, ein Gleichgewicht zu finden: Wir sollten eine Vorstellung von unseren gewünschten Ergebnissen haben, um motiviert zu bleiben, aber wir sollten uns auch auf den Prozess einlassen, ihn wertschätzen und daraus lernen. Wenn es uns gelingt, eine ergebnisorientierte Herangehensweise mit einer prozessorientierten Denkweise zu verbinden, ist es nicht nur wahrscheinlicher, dass wir unsere Ziele erreichen, sondern wir werden auch die Reise dorthin genießen. Und ist es nicht das, worum es im Leben geht?


 
Über die Autoren:

Myriam Perosa verfügt über die beeindruckende Fähigkeit, Ursachen und Auslöser von Lebensdynamiken oder körperlichen Symptomen schnell zu erkennen, was sie zu einem unvergleichlichen 'menschlichen Diagnoseinstrument' macht. Noch beeindruckender ist, dass eines ihrer 'Screenings' von einem humangenetischen Labor bestätigt wurde, was die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit ihrer Fähigkeit beweist.


Dennis A. Masseit bringt seine umfassende Erfahrung als Coach und sein breit gefächertes Fachwissen in verschiedenen Disziplinen ein. Er hat u.a. mit Topmanagern und Sportlern gearbeitet, sowie Vorträge an Universitäten und Hochschulen gehalten.


Myriam Perosa und Dennis A. Masseit haben Erfolge erzielt, wo herkömmliche Methoden nicht oder nicht mehr geholfen haben. Sie verschieben kontinuierlich die Grenzen dessen, was in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen möglich ist.


Mehr über die Arbeit von MasseitPerosa

 

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Unser Leben ist eine Reise.

Und wir sind der Kapitän. Jedoch leben die meisten Menschen diese einzigartige Entdeckungsreise wie ein Kapitän, der zwar alles hat, aber von allem nichts weiß. Und dann wundern sie sich, weshalb deren Leben so verläuft, wie es verläuft. Was beeinflusst unsere Reise und auf welcher Basis treffen wir, als Kapitän, unsere Entscheidungen?



 


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